Jesus lässt sich taufen

Qualitätsmerkmale:

  Freiwilligkeit

Die Handlungsanregungen sind sprachlich eindeutig als freiwillig gekennzeichnet.

✅️ Haltung

Der Einsatz des Materials fördert eine Haltung der Wertschätzung und des Respekts gegenüber anderen Menschen und der Welt.

✅️ Ermutigung

Es wird erkennbar eine angstfreie Begegnungs- und Lernsituation angestrebt.

✅️ Anregen zum Fragen

Durch den Einsatz des Materials und die beschriebenen Aktivitäten werden Gelegenheiten und Freiräume eröffnet, (religiöse) Fragen zu formulieren und individuelle sowie geteilte Antwortversuche zu erproben.

✅️ Stärkung

Der Einsatz des Materials fördert eine individuelle Stärkung der Kinder.

✅️ Selbstbildung

Die im Material beschriebenen Aktivitäten und Prozesse fördern das aktive Lernen bzw. eine aktive (Selbst-)Bildung.

  Vielfaltsbewusstsein

Der Einsatz des Materials fördert den Umgang mit unterschiedlichen Wertesystemen, Weltanschauungen oder Familienreligionen.

✅️ Religiöse und kulturelle Orientierung

Der Einsatz des Materials fördert eine Orientierung in der christlichen (Symbole, Zeiten, Feste, Lebenssituationen) Prägung der Kultur.

  Regionaler Bezug

In den Ausführungen wird ein Bezug zum (regionalen) Orientierungsplan/Bildungsplan hergestellt.

✅️ OER

Das Material erfüllt OER-Standards.

Erzählung zur Taufe Jesu

Aus dem Anlass, der Taufe eines Geschwisterkindes, ist „Taufe“ ein Thema unter den Kindern. Wir erzählen wie Jesus getauft wurde.

Die Erzählung

Jesu Taufe am Jordan, frei nach Matthäus 3,13-17

heute erzähle ich Euch, wie Jesus getauft wurde. Manches ist wie bei der Taufe in der Kirche, manches aber auch ganz anders….

Es gab einen Mann, der hieß Johannes. Er war ein besonderer Mensch. Er lebte in der Wüste und er trug einen Mantel aus Kamelhaar, den er mit einem Strick zusammengebunden hatte. Er hatte lange Haare und sah wild aus. Und sein Lieblingsessen waren Heuschrecken mit Honig.

Johannes erzählte den Menschen von Gott: „Gott will, dass die Menschen gut zueinander sind und gerecht. Aber manchmal sind Menschen gemein und tun anderen Böses an. Entscheidet Euch für den guten Weg, den Weg mit Gott. Als Zeichen, dass ihr zum Weg mit Gott umkehren wollt, lasst Euch taufen!“

Johannes erzählte noch mehr. Er sagte: Gott wird einen Retter schicken. Der wird Euch noch viel besser als ich von Gott erzählen. Er wird den Menschen helfen und es wird sein, als ob Gott selbst unter uns ist.

Johannes lud die Menschen ein: „Kommt zu mir an den Jordanfluss.“ Dort stellte Johannes sich in das Wasser und taufte die Menschen. Frauen, Männer und Kinder kamen zu ihm. Johannes erzählte auf eine ganz besondere Weise von Gott und dem Retter. Er machte den Menschen Mut zum guten Leben. Und sie ließen sich taufen.

Auch Jesus hörte von Johannes. Ihr kennt Jesus ja schon und vielleicht denkt ihr: Jeder kennt Jesus. Aber so war es zu Beginn dieser Geschichte noch nicht. Jesus hatte noch keine Jünger und er hatte auch noch keine Wunder vollbracht. Jesus war einfach ein junger Mann.
Bisher hatte er seinem Vater in der Zimmermannswerkstatt geholfen. Jetzt dachte Jesus: Ich möchte auch zu Johannes an den Jordan gehen und hören, was er von Gott erzählt.

Jesus beschloss: Ich lasse mich taufen. Das ist ein Zeichen, dass Gott mit mir auf dem Weg ist. Jesus zog los und wanderte zu Johannes an den Jordan.

Am Jordan angekommen, stellte sich Jesus in die lange Schlange von Menschen an, die alle von Johannes getauft werden wollten. Johannes stand bis zum Bauch im Wasser und taufte einen nach dem anderen. Jesus wartete geduldig. Schließlich kam Jesus an die Reihe.

Johannes winkte ihn zu sich ans Wasser. Doch als Jesus ihm gegenüberstand, erkannte Johannes, dass Jesus der Retter war, auf den er wartete. „Ich kann dich nicht taufen, Herr!“ rief er. „Es müsste umgekehrt sein. Du müsstest mich taufen.“  sagte Johannes. Aber Jesus sagte: „Taufe mich, es ist alles richtig so.“ 

Wie alle anderen zog Jesus seine Kleider aus. Und stieg ins Wasser. Und Johannes tauchte Jesus im Wasser unter und taufte ihn. Da teilten sich die Wolken am Himmel und etwas, das sah aus wie eine weiße Taube, flog zu Jesus.

Johannes spürte plötzlich eine ganz starke Energie in sich – und Jesus spürte eine große Kraft.
Da hörten alle eine Stimme, die sagte: „Du bist mein lieber Sohn. An Dir freue ich mich.“ Da wusste Jesus: Die Stimme war von Gott.
Gott beschenkte ihn mit dem Heiligen Geist. Das war die Kraft, die er spürte. Jetzt hatte Jesus die Kraft für alles, was er noch sagen und tun würde. Jetzt ging es richtig los. Und Jesus stieg aus dem Wasser.

Und von einem der Menschen, die da am anderen Ufer standen,
bekam Jesus ein neues, ein weißes Kleid geschenkt. Jetzt wollte er selbst den Menschen von Gott erzählen. Er bedankte sich bei Johannes.

Johannes blieb am Jordan und predigte und taufte dort. Und Jesus ging auf einem neuen Weg los.

Vorgehensweise

Vorbereitung mit den Kindern:

„Wir brauchen heute eine Landschaft. Lasst uns die gemeinsam aufbauen. Dafür brauchen wir einige Bücher, holt ihr welche? (…) Durch die Landschaft fließt ein tiefer Fluss. Die Bücherstapel legen wir so –  links und rechts, dass ein Flussgraben in der Mitte entsteht. Der Graben wird mit Blauen Tüchern ausgelegt. (Kinder holen Tücher und legen den Graben aus.)  Links und rechts vom Fluss ist Wüste – (wüstengelbe und graue Tücher werden gelegt).“

Evtl. haben die Kinder noch weitere Ideen, wie: In der Wüste gibt es Steine oder Palmen. Da ist auch eine Stadt mit Stadtmauer… Wir bauen, bis alle einverstanden sind: Jetzt haben wir eine Wüste und eine Flusslandschaft.

Dann beginnen wir unseren Reli-Kreis.

Wir zünden die Kerze an und singen Nr. 117 aus dem blauen Menschenskinderliederbuch 3, „wir kommen hier zusammen und feiern miteinander…“

Dann wird die Geschichte erzählt. Dazu siehe Bilder der PDF. Die Figuren werden mit Unterstützung der Kinder – (jedes Kind spielt eine kleine Kegelfigur aus der Gruppe der Menschen, die zu Johannes kommen) immer wieder verrückt. Die Erzählfiguren werden von einer zweiten Fachkraft immer wieder verändert. Die Erzählerin erzählt nur. – wartet aber auch immer, wenn die andere Fachkraft die Haltung der Figuren verändert.

Nach der Erzählung…

…sprechen wir mit den Kindern über die Geschichte. Zum Abschluss singen wir: Wenn einer sagt, ich mag dich du, aus: „Das Liederheft Kirche mit Kindern 1“, Nr. 26. Kinder, die dazu Lust haben, können auf dem Reli-Tisch im Flur mit den Figuren und dem Material eine Szene aus der Geschichte nachstellen, die bleibt dann dort den Rest der Woche. Die Kinder können sie dort auch immer wieder verändern.

Vorbereitung

Das wird gebraucht:

  • Bücher (um eine Erhöhung links und rechts vom Jordangraben zu schaffen)
  • gelbe, graue, blaue Tücher
  • evtl. weiteres Legematerial (Bausteine für eine Stadt in der Landschaft, Pflanzen am Fluss)
  • eine biblische Erzählfigur für Johannes den Täufer (wirres Haar, einen „Kamelhaarmantel“ mit einem Strick gebunden + und ein Lendentuch untendrunter)
  • eine biblische Erzählfigur für Jesus (ein buntes und ein weißes Gewand für Jesus + ein Lendentuch untendrunter)
  • Kegelfiguren für weitere Personen, die zu Johannes kommen

Religionspäd. Überlegungen

Die Erzählung entstand in folgendem Kontext: Eines der Kita-Kinder hat vor einem dreiviertel Jahr ein Geschwisterchen bekommen. Dieses wurde nun getauft. Das Kita-Kind erzählte immer wieder davon. Im Morgenkreis wurde deshalb ausführlich über Taufe gesprochen. Kinder haben ihre Eltern gefragt, ob sie auch getauft wurden und die Kinder merkten beim Sprechen über das Thema: Christen taufen, wenn sie sie Menschen in ihre Gemeinde und Religion aufnehmen. Andere Menschen und Religionen haben andere Rituale, wie sie Menschen bei sich aufnehmen. Man kann Eltern fragen, ob Sie die Kinder mal besuchen möchten und erzählen möchten, wie in ihrer Religion, Menschen aufgenommen werden, bzw. wie Kinder auch rituell nach der Geburt in der Gemeinschaft oder Familie begrüßt werden. Solche Erzählungen sind immer wertvoll. Kinder erfahren: Wir sind unterschiedlich und wir haben unsere Zugehörigkeiten (zur Familie, manchmal zu einer Religion. Hier in der Kita gehören wir als Kita Kinder zusammen. Wir schließen niemanden aus. Taufe ist eine Erfahrung, die manche Kinder gemacht haben, andere nicht. Das ist völlig normal so. Gemeinsam lernen wir etwas darüber, warum überhaupt getauft wird bei den Christen. Das kann für alle spannend sein. So wie es auch für christliche Kinder spannend ist, etwas von den anderen zu erfahren.

Wir haben uns Bilder angeschaut, die Kinder von ihrer Taufe mitgebracht haben. Ein Kind hat ein Taufkleid mitgebracht. Ein anderes eine Taufkerze. Wir waren mit interessierten Kindern in der Kirche und haben mit einer Puppe gezeigt, was bei einer Taufe passiert. Das Buch „Zum Taufen nimmt man Wasser ohne Seife“ von Ursel Scheffler und Barbara Korthues haben wir mit den Kindern gelesen. Es wird immer wieder von Kindern betrachtet und „gelesen“. Im Jahreskreis waren wir zwischen Weihnachten und Ostern. In dieser Zeit erzählen wir Jesus-Geschichten in unserer Kita. Aufgrund des Interesses der Kinder am Thema Taufe wollten wir dieses Jahr diese Geschichtenreihe nicht mit der Berufung der Jünger, sondern mit der Taufe Jesu starten.

Kinderfahrung

Die Geschichte von Jesu Taufe verbindet sich mit dem aktuellen Interesse der Kinder an Taufe an sich. Aber in der Geschichte stecken noch mehr spannende Momente. Jesus verändert sich. Eine Zeit lang war er einfach ein junger Mann, lebte Zuhause bei seinen Eltern. Aber dann geht er los. Erfährt etwas Neues. Wird Teil einer neuen Gemeinschaft. Er ist begeistert von neuen Ideen und bricht auf, um etwas zu bewirken. –

Die Situation des Aufbruchs und Neuanfangs ist für die Kinder vertraut: Auch sie sind schon gewachsen (nicht mehr so klein, wie das Kind, das getauft wurde). Sie sind schon in die Kita aufgebrochen. Sie bringen sich da mit ihren Ideen ein. Manchmal braucht es besonderen Mut sich einzubringen. Da ist es gut, wenn einem jemand Mut macht (Johannes und der Geist Gottes in der Geschichte), dann geht es mit neuer Kraft weiter.

Quellennachweise

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