Du hast uns deine Welt geschenkt

Qualitätsmerkmale:

✅️ Freiwilligkeit

Die Handlungsanregungen sind sprachlich eindeutig als freiwillig gekennzeichnet.

  Haltung

Der Einsatz des Materials fördert eine Haltung der Wertschätzung und des Respekts gegenüber anderen Menschen und der Welt.

  Ermutigung

Es wird erkennbar eine angstfreie Begegnungs- und Lernsituation angestrebt.

✅️ Anregen zum Fragen

Durch den Einsatz des Materials und die beschriebenen Aktivitäten werden Gelegenheiten und Freiräume eröffnet, (religiöse) Fragen zu formulieren und individuelle sowie geteilte Antwortversuche zu erproben.

  Stärkung

Der Einsatz des Materials fördert eine individuelle Stärkung der Kinder.

  Selbstbildung

Die im Material beschriebenen Aktivitäten und Prozesse fördern das aktive Lernen bzw. eine aktive (Selbst-)Bildung.

✅️ Vielfaltsbewusstsein

Der Einsatz des Materials fördert den Umgang mit unterschiedlichen Wertesystemen, Weltanschauungen oder Familienreligionen.

✅️ Religiöse und kulturelle Orientierung

Der Einsatz des Materials fördert eine Orientierung in der christlichen (Symbole, Zeiten, Feste, Lebenssituationen) Prägung der Kultur.

  Regionaler Bezug

In den Ausführungen wird ein Bezug zum (regionalen) Orientierungsplan/Bildungsplan hergestellt.

✅️ OER

Das Material erfüllt OER-Standards.

Kurzbeschreibung

Die Schöpfungsgeschichte wird anhand des Liedes von Krenzer und Jöcker nachgebaut und nachempfunden.
Das Bodenbild füllt sich Strophe für Strophe, bis wir bei uns selber ankommen.

Die Erzählung

Als Erzähltext dient der Liedertext.

1. Du hast uns deine Welt geschenkt,
den Himmel, die Erde
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

2. Du hast uns deine Welt geschenkt,
die Länder, die Meere,
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

3. Du hast uns deine Welt geschenkt
die Sonne, die Sterne,
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

4. Du hast uns deine Welt geschenkt,
die Blumen, die Bäume,
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

5. Du hast uns deine Welt geschenkt,
die Berge, die Täler,
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

6. Du hast uns deine Welt geschenkt,
die Vögel, die Fische,
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

7. Du hast uns deine Welt geschenkt,
die Tiere, die Menschen,
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

8. Du hast uns deine Welt geschenkt,
du gabst mir das Leben,
du hast mich in die Welt gestellt,
Herr ich danke dir.

9. Du hast uns deine Welt geschenkt,
du gabst uns das Leben,
du hast uns deine Welt geschenkt,
Herr wir danken dir.

Vorgehensweise

Ein*e Sprecher*in sagt den Text der ersten Strophe vor, diese wird gesungen.
Danach wird am Bodenbild gearbeitet, Tücher, Figuren und Symbole werden gelegt, der Inhalt wird mit den Kindern besprochen.
Anschließend wird der Text der zweiten Strophe vorgesagt, es wird gesungen, gelegt, besprochen, usw. Da der Text sich immer nur um das neu Geschaffene ändert, reicht es oft aus nur diese beiden Dinge zu benennen. Aber Achtung: am Ende des Liedes geht es um mich und uns, da ändert sich die komplette Strophe.

  1. Himmel und Erde:
    Tücher auf dem Boden ausbreiten, zwei oder drei.
    Blau für den Himmel „oben“. Grün oder braun für die Erde darunter, gerne auch beides!
    Die Kinder einbeziehen: Welche Farbe hat der Himmel? Welche Farbe die Erde?
    Und beim Legen benennen: Das ist unser Himmel. Das ist jetzt unsere Erde.
  1. Länder und Meere:
    Ein weiteres blaues Tuch „unten“ anlegen, möglichst ein anderes Blau als der Himmel hat.
    Mit den Kindern über „Länder“ sprechen. Welche Länder kennt ihr. Erklären: hier steht Land für festen Boden. … Welche Farbe hat das Meer?
  2. Sonne und Sterne:
    Bereitgelegtes Material (Sonne, Sterne, gekauft oder gemalt) in der gewählten Weise verteilen,
    die Kinder legen es auf das Himmelstuch.
  3. Blumen und Bäume:
    Bereitgelegtes Material (was vorhanden ist, Spielsachen oder Naturmaterialien) in der gewählten Weise verteilen, die Kinder legen es auf das Erdetuch bzw. die Erdetücher.
  4. Berge und Täler:
    ggf. über Berge und Täler sprechen um Begriffe zu klären, aber auch ins erweiterte Gespräch gehen: „Wer von euch ist schon mal auf einen Berg geklettert?“ „Seid ihr schon mal durch ein schmales Tal gewandert?“, „Wie fühlte sich das an?“, …
    Quadratische kleinere Tücher in der Mitte fassen, so hochheben, dass sie schweben, beim Ablegen als Berg aufstellen. (Möglichst vorab üben, es gelingt nicht immer beim ersten Mal. – Wenn der Stoff zu weich ist, gelingt es leider nie
    .)
  5. Vögel und Fische:
    Wie oben, bereitgelegtes Material findet seinen Weg ins Meer, auf die Erde und in den Himmel.
  6. Tiere und Menschen:
    Wie oben, jetzt wird es endgültig bunt auf den Tüchern.

Zwischenschritt
Einen Schritt vom Bodenbild zurücktreten. Alle stellen sich in einen Kreis.
Wahrnehmen wie vielfältig die Erde geschaffen ist. Vor der nächsten Strophe erstmal wirken lassen. Genießen, was es alles gibt.

  1. Du gabst mir das Leben…
    Wieder bei sich selbst ankommen.
    Vorschlag: bei „DU“ in den Himmel zeigen und bei „gabst mir das Leben“ sich selbst umarmen ggf. wiegen.
  2. Du hast uns in die Welt gestellt …
    Sich in der Gruppe wahrnehmen und als Teil der Schöpfung begreifen.
    Bei „DU“ wieder in den Himmel zeigen, bei „hast uns in die Welt gestellt“ mit beiden Händen auf Höhe des Bauches vor sich einen Halbkreis beschreiben, von der Mitte nach außen gehend.
    Sind alle mit den Händen neben sich angekommen, die Nachbarn bei den Händen fassen und alle sagen gemeinsam laut „Danke!“.

Bildergalerie

Vorbereitung

Du benötigst für die Gestaltung viel Platz in der Mitte des Raumes, die Kinder sitzen im besten Fall in einem großen Kreis.

Es wird mit den Mitteln, die in der Kita in der Regel sowieso zur Verfügung stehen, gemeinsam ein Bodenbild gestaltet. – Neben den verschiedenfarbigen Tüchern werden vor allem Figuren und Symbole benötigt. Natürlich ist es schön, wenn man passende Figuren hat, aber es tut weder dem Verlauf, noch der Begeisterung der Kinder oder dem Inhalt des Liedes weh, wenn Schleich- und Holztiere, Playmobilfiguren und Legomännchen, Kegel- und Krippenfiguren sich auf der zu gestaltenden Erde ein „Stell-dich-ein“ geben.

Das Material kann in Körbchen vorbereitet zur Verfügung stehen. Entweder sind die Kinder für das Körbchen neben sich „verantwortlich“ oder die Körbchen werden immer zur Strophe aufgedeckt und den Kindern reihum angeboten sich etwas zu nehmen und in der Mitte abzulegen. Genauso können sie nach vorne zu kommen um sich etwas auszusuchen.
Dinge, die in der Kita nicht vorhanden sind, können die Kinder vielleicht im Voraus herstellen. z.B. im Freispiel am Vortag fragen wer Lust hat ein paar Sterne zu malen bzw. zu basteln- oder auszuschneiden, da man diese am nächsten Tag für ein Lied oder den Familiengottesdienst braucht.
Unbedingt gruppenabhängig entscheiden. Wie verhält sich die Gruppe insgesamt? Wie groß ist die Gruppe? Wie alt sind die Kinder? Materialmenge und Umgang anpassen! Viel kann Fülle anzeigen, aber für jüngere Kinder auch unüberschaubar werden. Ein Kind wartet vielleicht hochkonzentriert auf seinen Einsatz mit einem Teil, ein anderes will das Tier lieber festhalten, als es auf das Tuch zu legen, etc.

Religionspäd. Überlegungen

Die Kinder fragen nach der Entstehung der Welt, genauso wie nach den Umwelt-Katastrophen. Die Bibel bietet uns hierzu Bilder und Geschichten, die wir ihnen weitergeben dürfen. Wir wissen, dass die Erde nicht in 7 x 24 Stunden geschaffen wurde und das wollen wir auch gar nicht vermitteln. Es geht um die Gewissheit, dass die Erde nicht zufällig entstanden ist und darum, dass wir Menschen Gottes geliebte Geschöpfe sind und wir den Auftrag haben, die Erde zu nutzen, dabei aber auch zu schützen.

Rückblick

Wir haben das Lied in der Kita gelernt, was durch die Wiederholungen sehr leicht fiel. Die Kinder sangen es gerne. Zum Erntedankgottesdienst gestalteten wir das Lied mit o.g. Methode für die Eltern und die Gemeinde in der Kirche auf den Stufen vor dem Altar. (Die Kinder hier im Halbkreis, damit die Entstehung gut gesehen werden konnte. Das hat allen Beteiligten viel Freude bereitet.

Bei „Herr wir danken dir“ wurde geklatscht, so dass auch die Gottesdienstbesucher*innen (insbesondere Geschwisterkinder) sich über das Singen hinaus beteiligen konnten.

Kinderfahrung

Kinder suchen nach Sicherheit in der Welt. Sie versuchen Zuordnungen zu erstellen, die ihnen Orientierung bieten. Der Schöpfungsmythos ist eine Antwort auf ihre Frage, „Wo kommt die Erde her?“, „Wer hat die gemacht?“.

Quellennachweise

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