Verkündigung der Geburt Jesu und Josefs Traum

Qualitätsmerkmale:

✅️ Freiwilligkeit

Die Handlungsanregungen sind sprachlich eindeutig als freiwillig gekennzeichnet.

  Haltung

Der Einsatz des Materials fördert eine Haltung der Wertschätzung und des Respekts gegenüber anderen Menschen und der Welt.

  Ermutigung

Es wird erkennbar eine angstfreie Begegnungs- und Lernsituation angestrebt.

  Anregen zum Fragen

Durch den Einsatz des Materials und die beschriebenen Aktivitäten werden Gelegenheiten und Freiräume eröffnet, (religiöse) Fragen zu formulieren und individuelle sowie geteilte Antwortversuche zu erproben.

  Stärkung

Der Einsatz des Materials fördert eine individuelle Stärkung der Kinder.

  Selbstbildung

Die im Material beschriebenen Aktivitäten und Prozesse fördern das aktive Lernen bzw. eine aktive (Selbst-)Bildung.

  Vielfaltsbewusstsein

Der Einsatz des Materials fördert den Umgang mit unterschiedlichen Wertesystemen, Weltanschauungen oder Familienreligionen.

✅️ Religiöse und kulturelle Orientierung

Der Einsatz des Materials fördert eine Orientierung in der christlichen (Symbole, Zeiten, Feste, Lebenssituationen) Prägung der Kultur.

  Regionaler Bezug

In den Ausführungen wird ein Bezug zum (regionalen) Orientierungsplan/Bildungsplan hergestellt.

✅️ OER

Das Material erfüllt OER-Standards.

Kurzbeschreibung

Ein Erzähl- und Gestaltungsvorschlag zur Verkündigung der Geburt Jesu und Josefs Traum (Lukas 1,26-38 und Matthäus 1,18-25).

Der Erzählvorschlag stammt aus der Arbeitshilfe „Geschichtenzeit“. Eine Arbeitshilfe zum Kirchenjahr für Kindergarten, Hort und Schulkindbetreuung, herausgegeben vom Arbeitsbereich Kindertageseinrichtungen und Fachbereich „Kirche mit Kindern“ im Arbeitsbereich Kinder- und Jugendarbeit der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig.

Die Erzählung

Das hier ist Maria.

Mariafigur in die Mitte stellen, sodass alle Kinder die Figur sehen können.

Maria arbeitet im Garten. Es ist gerade Erntezeit. Schaut einmal, ihr Korb mit Äpfeln ist schon fast voll!

Einen Korb mit Äpfeln herumzeigen und neben Maria stellen.

Riecht ihr den Apfelduft? Maria muss unbedingt einen Apfel probieren. Ob der Apfel so gut schmeckt, wie er duftet?

Mit vorbereiteten Apfelspalten herumgehen. Jedes Kind darf sich eine Apfelspalte zum Essen nehmen.

Ja, der Apfel schmeckt Maria sehr gut. Richtig lecker ist er. Doch was ist mit Maria los? Ihr wird ganz schwindelig und sie fällt auf die Knie. Der Apfel rollt ihr aus der Hand.

Mariafigur kniet auf dem Bodentuch.

Vor Maria steht ein Bote Gottes.

Engelfigur steht vor Maria.

Maria hat sich erschreckt, als sie den Engel sieht. Ein Engel kommt zu ihr? Das kann doch nicht wahr sein! Was will er hier? Maria traut sich nicht, den Engel anzuschauen. Sie hat Angst. Beide Hände hält sie sich vors Gesicht.

Hände der Mariafigur vor das Gesicht biegen.

Wenn sie den Engel nicht sieht, dann ist er ja vielleicht gar nicht da. Durch die kleinen Öffnungen ihrer Hände sieht Maria ein ganz besonderes Licht. So einen hellen Schimmer, zart glitzernd.

Den Kindern einen glitzernden Streifen geben, den sie auf das Bodentuch um Maria und den Engel legen können.

Dieser Schimmer, der ist nie in ihrem Garten. Ob der Engel ihr nur den glitzernden Schimmer gebracht hat? Ganz vorsichtig nimmt Maria ihre Hände vom Gesicht weg.

Hände wegbiegen.

Der Engel ist noch da. Hell strahlt er und ganz freundlich sieht er sie an. „Maria“, sagt der Engel zu ihr, „Maria, du brauchst keine Angst vor mir zu haben. Ich komme von Gott. Gott hat mich zu dir geschickt. Ich bin sein Bote und habe eine Botschaft von Gott für dich. Du wirst staunen, wenn du hörst, was Gott dir sagen lässt. Es ist eine schöne Nachricht. Du wirst dich bestimmt darüber freuen.“ Der Engel sprach so freundlich mit Maria, dass sie keine Angst mehr hatte. Aber aufstehen mochte sie noch nicht. Ihre Knie waren noch ganz weich und zitterig. Maria war jetzt neugierig geworden: „Du hast eine Nachricht von Gott für mich? Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Noch nie habe ich Besuch von einem Engel gehabt. Noch nie hat Gott mir eine Nachricht überbringen lassen. Das ist doch…, mir fehlen die Worte. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.“ „Hör mir gut zu“, der Engel schaute Maria lächelnd an, „Gott lässt dir sagen, dass du bald Mutter wirst. Du wirst ein Baby bekommen. Es wird ein Junge sein und Gott hat auch schon seinen Namen ausgesucht. Du sollst dein Kind Jesus nennen.“

Maria war sprachlos. Gut, dass sie noch kniete. Sonst wäre sie bestimmt umgefallen. „Ich bekomme ein Kind? Das glaube ich nicht. Ich bin doch noch so jung. Das kann doch gar nicht sein!“, verwundert und ungläubig sah Maria den Engel an. „Du kannst mir vertrauen, ich sage die Wahrheit. Gott hat dich lieb und er weiß, dass du ihn auch liebhast. Er hat dich ausgesucht, damit Jesus durch dich auf die Welt kommen kann. Jesus wird später, wenn er erwachsen ist, ein ganz besonderer Mensch sein. Viele werden ihm vertrauen und ihn liebhaben. Sie werden „Sohn Gottes“ zu ihm sagen. Du wirst seine Mutter sein.“ Maria schüttelte ungläubig den Kopf.

Das ist doch unmöglich.“ „Maria“, die Stimme des Engels klang ein bisschen streng, „du weißt doch, dass bei Gott nichts unmöglich ist. Habe Vertrauen. Alles ist richtig und wird gut.“ Maria seufzte: „Ja, ich vertraue Gott. Auch wenn es mir gerade schwerfällt. Ich werde also Mutter. Was wird wohl mein Verlob ter Josef dazu sagen?“

Engelfigur wegstellen.

Gerade wollte Maria den Engel fragen…, da sah sie ihn nicht mehr.

Maria stand auf

Mariafigur hinstellen.

und klopfte sich das Gras vom Kleid, da sah sie Josef in den Garten kommen.

Joseffigur zu Mariafigur stellen.

„Josef, stell dir vor: Ich hatte gerade ganz ungewöhnlichen Besuch. Du wirst staunen. Stell dir vor, ein Engel war da. Er hat mir eine Botschaft von Gott gebracht. Josef, ich bekomme ein Kind. Das hat mir der Engel gesagt. Es wird ein Junge und er soll Jesus heißen.“ Josef sah Maria mit großen Augen an. „Das soll ich glauben? Maria, hast du geträumt? Wir haben uns doch gerade erst verlobt. Du bist doch noch so jung.“ Maria hatte Tränen in den Augen, als sie Josefs Antwort hörte. Was sollte sie nur sagen? Sie wusste es nicht und ließ Josef allein im Garten.

Maria ging ins Haus.

Mariafigur an den Rand des Bodentuches stellen.

Sie wollte beten. Gott musste ihr jetzt helfen. Josef konnte sich nicht über die Nachricht freuen. Sie war so unglücklich. Josef legte sich ins Gras.

Joseffigur in Schlafhaltung hinlegen.

Die Gedanken gingen in seinem Kopf hin und her. Er wusste nicht mehr, was er denken sollte. Mit einem Mal wurde er so müde. Er klimperte mit den Augen und dann schlief er tief und fest ein.

Kleine weiße Federn an die Kinder verteilen.

Die Kinder dürfen nacheinander die Federn auf Josef fallen lassen.

Josef träumte.

Engelfigur zu Josef stellen.

Im Traum sah Josef den Engel. Er hörte klar und deutlich, was der Engel zu ihm sagte: „Josef, freu dich auf das Kind. Heirate Maria. Das Kind ist von Gott. Es soll euer Sohn und auch Gottes geliebtes Kind sein. Mach dir keine Sorgen. Maria hat dich lieb und ihr werdet eine glückliche Familie werden. Vertraue Gott.“ Josef wachte auf. Mit einer Handbewegung wischte er sich über die Stirn. Als wenn er seine Sorgen und Zweifel wegwischen wollte. Er stand auf und suchte Maria: „Maria, wo bist du?“

Mariafigur zur Joseffigur stellen. Joseffigur umarmt Maria.

„Maria, entschuldige. Ich war vorhin so überrascht und konnte das alles gar nicht glauben. Aber eben hatte auch ich einen Traum. Jetzt verstehe ich. Gott wird uns helfen, da bin ich mir sicher. Und dich habe ich lieb.“

Vorgehensweise

Die Kinder sitzen im Stuhlkreis, in der Mitte steht ein Geschenk.

Lied: „Still werden vor uns´rem Gott“

Das Geschenk wird geöffnet. Ein grünes Bodentuch, eine Kerze und Streichhölzer werden herausgeholt. Das Geschenk wird an die Seite gestellt. Das Bodentuch wird ausgebreitet, darauf die Kerze gestellt und angezündet. Das Geschenk wird wiedergeholt und ein Kind darf die Mariafigur herausholen und auf das Bodentuch stellen.

Lied: „Ach, du meine Güte“

Die Geschichte wird erzählt.

Gebet

Segenskreis

Lied: „Der Engel“

Zur Vertiefung: Kreative Gestaltung eines Engels und / oder Spiele


Vorbereitung

Geschenkbox, grünes Bodentuch, Kerze, Streichhölzer
Erzählfiguren (Maria, Engel und Josef)
Kleiner Korb mit Äpfeln
Geschnittene Apfelspalten
Glitzerstreifen
Weiße Federn
Fäden, Holzperlen, Klebstoff

Religionspäd. Überlegungen

Der Erzählvorschlag hat die biblischen Geschichten „Die Geburt von Jesus wird angekündigt (Lukas 1,26-38) und „Jesus wird geboren“ (Matthäus 1,18-25) als Grundlage. Die Bibeltexte sind in der Übersetzung der Basisbibel verlinkt und können auch online gelesen werden:

„Jesus hat zwei Väter: einen Papa und einen Papi. Der Papa ist Josef und der Papi ist Gott.“ Auf diese einfache Formel bringt der sechsjährige Tim im Kindergarten sein Verständnis der Verkündigung der Geburt Jesu an Maria. In Jesus begegnet uns Gott selbst. Das versuchen die Weihnachtsgeschichten des Matthäus und Lukas bereits in der Ankündigung seiner Geburt zum Ausdruck zu bringen. Mit der Empfängnis durch den Heiligen Geist beschreiben die beiden Evangelisten die geglaubte und erfahrene Nähe Jesu zu Gott. Dieser besonderen Bedeutung der Person Jesu als eines „wahren Menschen und wahren Gottes“ tragen Markus und Matthäus darin Rechnung, dass sie von der Jungfrauengeburt sprechen – nicht in einem biologischen oder geschichtlich belegbaren Sinn, sondern als eine theologische, bildhafte Deutung. Der Engel Gabriel (Lk) und ein nicht mit Namen genannter Engel (Mt) verkündigen die Geburt Jesu als von Gott gesandte Boten.

Kinderfahrung

Träume kennt jedes Kind. Manchmal erinnern Kinder die schlechten Träume und den Trost, den sie beim Aufwachen erfahren. Du hast „nur“ geträumt. In der kindlichen Fantasie gibt es aber auch Wunschträume: „Träum ruhig weiter…“ Wunschtraum und Wirklichkeit können im Kindergartenalter ineinander übergehen. Das ist für Erwachsene nicht unbedingt gleich zu erkennen. Dass Gott sich im Traum durch einen Engel zeigt, ist für Kinder vorstellbarer als für Erwachsene. Die Existenz der Engel, der Boten Gottes, ist für Kinder selbstverständlich. Sie unterscheiden auch nicht in „irdische“ und himmlische“ Boten. Im Spiel sind Kinder selbst gerne Engel. Vielleicht, weil sie unbewusst etwas von dem engelhaften Wesen in sich tragen.

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