Schwungtuch-Mitmachgeschichte: Sturmstillung

Qualitätsmerkmale:

✅️ Freiwilligkeit

Die Handlungsanregungen sind sprachlich eindeutig als freiwillig gekennzeichnet.

  Haltung

Der Einsatz des Materials fördert eine Haltung der Wertschätzung und des Respekts gegenüber anderen Menschen und der Welt.

✅️ Ermutigung

Es wird erkennbar eine angstfreie Begegnungs- und Lernsituation angestrebt.

✅️ Anregen zum Fragen

Durch den Einsatz des Materials und die beschriebenen Aktivitäten werden Gelegenheiten und Freiräume eröffnet, (religiöse) Fragen zu formulieren und individuelle sowie geteilte Antwortversuche zu erproben.

✅️ Stärkung

Der Einsatz des Materials fördert eine individuelle Stärkung der Kinder.

  Selbstbildung

Die im Material beschriebenen Aktivitäten und Prozesse fördern das aktive Lernen bzw. eine aktive (Selbst-)Bildung.

  Vielfaltsbewusstsein

Der Einsatz des Materials fördert den Umgang mit unterschiedlichen Wertesystemen, Weltanschauungen oder Familienreligionen.

✅️ Religiöse und kulturelle Orientierung

Der Einsatz des Materials fördert eine Orientierung in der christlichen (Symbole, Zeiten, Feste, Lebenssituationen) Prägung der Kultur.

  Regionaler Bezug

In den Ausführungen wird ein Bezug zum (regionalen) Orientierungsplan/Bildungsplan hergestellt.

✅️ OER

Das Material erfüllt OER-Standards.

Kurzbeschreibung

Die Kinder erleben die Geschichte der Sturmstillung mit verschiedenen Sinnen: Alle stehen im Kreis um ein Schwungtuch, das zunächst noch ganz flach daliegt, wie der stille See Genezareth, doch schon bald wird es richtig stürmisch….

Die Erzählung

Vorbereitung

Die Kinder stehen mit der FK im Kreis um ein Schwungtuch herum und experimentieren damit. Das ist nötig, damit sich alle an die Bewegungen und Geräusche gewöhnen können und der erste Drang zum Ausprobieren gestillt ist. Es wird ein Zeichen verabredet, bei dem das Schwungtuch wieder ganz still gehalten wird (z.B. Hand heben).

„Gerade haben wir schon einen kleinen Sturm erlebt. In der heutigen Geschichte gibt es auch einen Sturm. Das Schwungtuch ist unser See und die Mitte des Schwungtuchs ist unser Boot. Für die Geschichte brauche ich eure Hilfe: Wer möchte Jesus spielen? Und wer sind die Jünger, die Freunde von Jesus? (Jemanden aussuchen –> eine Person als Jesus und 2-3 Jünger*innen. Sie dürfen in die Mitte des Schwungtuchs gehen.) Alle anderen sind der See und die Wellen.

Wir ziehen heute unsere Zaubersocken an (unsichtbar). Diese Zaubersocken bringen uns 2000 Jahre zurück. In die Zeit, in der Jesus gelebt hat.

(Wir tun alle so, als ob wir uns Socken anziehen.)

Erzählung

Jesus erzählte überall im Land von Gott, von seiner Liebe zu den Menschen und davon, dass es im Leben darum geht, Gott zu lieben und die Menschen um einen herum zu lieben, wie sich selbst. Er hatte auch Freunde und Freundinnen dabei, die viel von ihm lernten.

Eines Tages waren sie auf einem Schiff und wollten über einen See fahren. Jesus war ziemlich müde. Er hatte einen anstrengenden Tag hinter sich.

(Jesus gähnen lassen.)

Er schlief im Boot ein.

(Jesus legt sich in die Mitte des Schwungtuchs, schließt die Augen.)

Plötzlich wühlte ein Sturm den See auf,

ein Fallwind von den Bergen.

(Mit dem Schwungtuch werden um Jesus herum Wellen erzeugt.)

Wasser schlug in das Boot,

und sie waren in großer Gefahr.

(Die Schwungtuch-Wellen werden größer und größer und rütteln Jesus leicht hin und her.)

Die Jünger gingen zu Jesus und weckten ihn. Sie riefen: „Meister, Meister! Wir gehen unter!“

(Die Jünger rütteln an Jesus)

Jesus stand auf und sagte: „Wind und Wellen, seid still!“

(Jesus aufstehen lassen, Hände ggf. heben.)

Da hörten die Wellen auf zu toben und es wurde ganz still.

(Erst jetzt hört auch der Schwungtuch-Sturm auf. Das Tuch wird leise und still vor sich gehalten.)

Jesus fragte die Jünger: „Wo ist euer Glaube geblieben?“

Da fürchteten sie sich und staunten zugleich: „Wer ist er eigentlich? Er befiehlt dem Wind und den Wellen, und sie gehorchen ihm“.

Vorgehensweise

Je nach Alter der Kinder und Gruppengröße müssen die Wellen für die Erzählung immer wieder unterbrochen werden, weil es sonst zu laut ist und man nichts mehr von der Geschichte verstehen würde. Dafür bekommt man während der Experimentier-Phase am Anfang ein Gefühl und kann das dementsprechend schon ankündigen, bevor die Geschichte beginnt.

Bei einer kleinen Gruppe kann die Geschichte auch mehrmals (gekürzt) erzählt werden, damit verschiedene Kinder in die Rolle des Jesus und der Jünger*innen schlüpfen können.

Vorbereitung

Für diese Geschichte braucht man ein Schwungtuch, um das alle Kinder einen Platz finden und ausreichend Platz, es zu verwenden.

Religionspäd. Überlegungen

Durch die Bewegung, den entstehenden Wind und die lauten Geräusche wird die Geschichte des Sturms erlebbar. Dass die Jünger in dieser Situation Angst hatten, wird für die Kinder verständlich und somit auch das Erstaunen darüber, dass Jesus Macht über Wind und Wellen hat.

Viele Kinder kennen das Gefühl, bei einer schwierigen Aufgabe auf sich allein gestellt zu sein oder, dass nicht jedes Stoßgebet sofort erhört wird. Wie tröstlich ist es da zu wissen, dass Gott dennoch handelt, wenn auch nicht sofort oder nicht so, wie wir uns das vorstellen.

Rückblick

Achtung: Bei kleineren Kindern (bis 3/4 Jahre) kann es sein, dass ihnen das Schwungtuch Angst macht. Hier muss auf eine gute Begleitung/Einführung geachtet werden. Gegebenenfalls hilft es, wenn die Geschichte erst nach einer gewissen Eingewöhnungszeit erzählt wird, wenn sich die Kinder im Raum und der Gruppe sicher fühlen.

Kinderfahrung

Diese Geschichte kann gut in einer Übergangssituation (z.B. Kindergarten –> Schule) erzählt werden. Auch nach einem heftigen Gewitter oder starken Regenfällen ist das Thema Angst den Kindern sehr präsent.

Quellennachweise

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