Alles, was ihr tut, lasst in Liebe geschehen – Die Geschichte vom „verlorenen Sohn“

Qualitätsmerkmale:

  Freiwilligkeit

Die Handlungsanregungen sind sprachlich eindeutig als freiwillig gekennzeichnet.

✅️ Haltung

Der Einsatz des Materials fördert eine Haltung der Wertschätzung und des Respekts gegenüber anderen Menschen und der Welt.

✅️ Ermutigung

Es wird erkennbar eine angstfreie Begegnungs- und Lernsituation angestrebt.

✅️ Anregen zum Fragen

Durch den Einsatz des Materials und die beschriebenen Aktivitäten werden Gelegenheiten und Freiräume eröffnet, (religiöse) Fragen zu formulieren und individuelle sowie geteilte Antwortversuche zu erproben.

✅️ Stärkung

Der Einsatz des Materials fördert eine individuelle Stärkung der Kinder.

  Selbstbildung

Die im Material beschriebenen Aktivitäten und Prozesse fördern das aktive Lernen bzw. eine aktive (Selbst-)Bildung.

  Vielfaltsbewusstsein

Der Einsatz des Materials fördert den Umgang mit unterschiedlichen Wertesystemen, Weltanschauungen oder Familienreligionen.

✅️ Religiöse und kulturelle Orientierung

Der Einsatz des Materials fördert eine Orientierung in der christlichen (Symbole, Zeiten, Feste, Lebenssituationen) Prägung der Kultur.

  Regionaler Bezug

In den Ausführungen wird ein Bezug zum (regionalen) Orientierungsplan/Bildungsplan hergestellt.

✅️ OER

Das Material erfüllt OER-Standards.

Kurzbeschreibung

Mit dem Koffer erzählte Geschichte zur Jahreslosung 2024: „Alles, was ihr tut, lasst in Liebe geschehen.“

Vorgehensweise

Anhand eines Koffertheaters (Koffer z.B. vom Flohmarkt) mit einigen Requisiten (siehe Bildergalerie) wird die Geschichte vom „verlorenen Sohn“ erzählt. Im Anschluss können im Gespräch mit den Kindern weiterführende Fragen gestellt und der Text auf die Jahreslosung 2024 bezogen werden. Ergänzt werden kann dies durch ein Lied oder Aktionen.

Bildergalerie

Die Erzählung

„Der verlorene Sohn“ aus dem Lukasevangelium, Kapitel 15

(erzählt mit einem Koffertheater)

Jesus erzählte eine Geschichte: Ein Vater hatte zwei Söhne. Sie lebten auf einem Bauernhof. Sie hatten immer viel zu tun. Dennoch ging es ihnen gut.

3 Biegepuppen aufstellen. An den offenen Kofferdeckel, welcher mit Filz ausgeschlagen ist, werden nacheinander Applikationen befestigt: z.B. Haus, Baum, Sonne.

Der eine Sohn dachte sich: Es ist so langweilig zu Hause. Ich will etwas erleben. Ich will die Welt sehen. Ich will nicht mehr hier sein. Und so ging er zu seinem Vater und sprach zu ihm: „Vater, wenn du stirbst, bekomme ich ja die Hälfte von deinem Geld. Kannst du es mir jetzt schon geben? Ich will weggehen und die Welt kennenlernen.“

Eine Figur zum Vater stellen.

Der Vater war traurig. Dennoch gab er seinem Sohn das Geld.

Säckchen mit Münzen öffnen und staunend zeigen.

Der Sohn nahm sein Geld und machte sich auf den Weg. Der Vater sah ihm traurig hinterher.

Über den Kofferdeckel wird ein weißes Tuch gehängt.

Er ging sehr weit weg. Und er führte ein tolles buntes Leben. Denn das konnte er ja auch. Er hatte ja jetzt sehr viel Geld.

Ein buntes Tuch wird über das weiße gehängt.

Und das brauchte er auch, z.B. für schicke neue Sachen.

Geld aus dem Säckchen nehmen und in den Koffer fallen lassen. Der Puppe ein buntes Band umbinden.

Er fand auch schnell neue Freunde, für die er natürlich alles bezahlte. Es waren solche… oder solche… oder solche Freunde.

Jedes Mal ein anders Tuch über den Deckel oder die Seiten hängen, z.B. bunte glitzernde Schals, Paillettentücher.

Und sie hatten viel Spaß miteinander. Sie feierten tolle Partys.

Girlande, Geschenkband o.Ä. über die Tücher legen. Die Figur immer höher auf den Deckel stellen.

Sie ließen es sich gut gehen und kauften leckeres Essen und verrückte Getränke.

Bild von Getränken und z.B. gebratenem Hühnchen am vorderen Rand des Koffers befestigen.

Und immer und immer wieder bezahlte der reiche Sohn für alle.

Jedes Mal Geld aus dem Säckchen in den Koffer fallen lassen.

Doch irgendwann war alles Geld ausgegeben. Es war nichts mehr da.

Säckchen umkrempeln und zeigen.

Er hatte nichts mehr. Er konnte keine Partys mehr feiern, kein besonderes Essen und keine Getränke mehr kaufen.

Nach und nach alles wieder vom Koffer entfernen.

Und auch seine Freunde wollten nicht mehr seine Freunde sein.

Alle bunten Tücher wegnehmen, sodass nur noch das weiße bleibt. Das bunte Band von der Figur entfernen. Die Figur nach unten, vor den Koffer stellen.

Er war ganz allein. Es war nichts mehr da. Und er bekam Hunger. Aber es gab nichts zu essen für ihn. Endlich fand er Arbeit. Er durfte Schweine hüten.

Bilder von Schweinen an den Koffer heften. Die Figur danebensetzen, mit hängendem Kopf.

Die Arbeit war nicht sehr schön. Er bekam wenig Geld. Und am liebsten hätte er das Futter der Schweine gegessen, doch das war verboten. Da dachte er an seinen Vater: „Ach … eigentlich war es doch ganz schön zu Hause. Ob mein Vater wohl böse auf mich ist?“ Und er hatte Sehnsucht und wusste nun, dass es falsch war, was er getan hatte. Er wollte sich entschuldigen, aber er traute sich nicht. Er dachte: „Ob mein Vater mich wohl noch mag? Vielleicht will er mich ja gar nicht sehen?“ Doch irgendwann fasste er Mut und machte sich auf den langen Weg nach Hause.

Schweine entfernen, mit der Figur um den Koffer wandern.

Und dann sah er das Haus und er sah seinen Vater. Er hatte schon so auf ihn gewartet. Warum? Weil er seinen Sohn sehr lieb hatte.

Weißes Tuch langsam entfernen, das Filzbild wird wieder sichtbar.

Er kam ihm entgegengelaufen und schloss ihn in seine Arme, ganz fest. Er schimpfte nicht, sondern war glücklich, dass sein Sohn wieder da war. Vor Freude feierten sie gemeinsam ein großes Fest.

Religionspäd. Überlegungen

Das Thema der Liebe zieht sich durch die ganze von Jesus erzählte Geschichte vom „verlorenen Sohn“. Es ist wichtig, die „Liebe zur Freiheit“, seinen Wunsch in die Welt zu ziehen, nicht gleich moralisierend abzuwerten. Ist es nicht eigentlich ein gutes Bedürfnis nach Zugehörigkeit und schönem Erleben, dass er so ein wildes Leben mit vielen Leuten führen möchten? Wann kippt es? Wenn jemand meint sich „Liebe“ erkaufen zu können? Hierüber kann besonders mit Hortkindern schon gut diskutiert werden.

Für jüngere Kinder steht sicherlich im Vordergrund, dass jemand – in der Geschichte der Vater – auch dann in Liebe handelt, wenn man selber das Gefühl hat, Mist gebaut und nicht liebevoll gehandelt zu haben.

Im wahrsten Sinne des Wortes umkehren zu können, einen Fehler einzusehen und auf die Liebe von wichtigen Menschen sowie von Gott hoffen zu können, ist ein grundlegender Gedanke des christlichen Glaubens, der in vielen Geschichten der Bibel erzählerisch entfaltet wird.

Quellennachweise

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